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| 29-03-2026 | MXGP News |
Der erste Tag des MXGP of Switzerland machte Lust auf mehr |
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Heute fallen bei der Schweizer Runde zur Motocross-Weltmeisterschaft in Frauenfeld-Gachnang die Entscheidungen
Das 2026er-Gastspiel der Motocross-Weltmeisterschaft in der Schweiz ist mit dem kombinierten Trainings- und Renntag angelaufen. Beim MXGP of Switzerland powered by IXS an diesem Wochenende in Frauenfeld-Gachnang holten sich der Niederländer Jeffrey Herlings und der junge Belgier Sasha Coenen die Siege in den Quali-Rennen der beiden WM-Klassen MXGP und MX2. Auch die beiden ersten Wertungsläufe der Europameisterschafts-Rahmenserien EMX250 und EMX125 wussten zu begeistern. Am Sonntag, dem 29. März, fallen in allen Klassen die Entscheidungen um die Gesamt- bzw. Grand-Prix-Siege.

Das Wetter ist wohl das bestimmende Thema an diesem Wochenende beim MXGP of Switzerland powered by IXS in Frauenfeld-Gachnang. Beim dritten Lauf zur Motocross-Weltmeisterschaft 2026 begrüßten am heutigen Samstag, entgegen der vorschnellen Prognosen, stahlendblauer Himmel und Sonnenschein pur die Fans an der Schollenholz-Rennstrecke. Am späteren Nachmittag mischte sich zwar leichter Nieselregen ins Renngeschehen ein, doch dieser war durchaus im Bereich des Erträglichen. Für den morgigen Haupttag sehen die Vorhersagen ebenfalls weitaus positiver aus, als das noch vor ein paar Tagen der Fall war.
Schon die ersten Rennen
Nach den Trainings aller Klassen, den beiden WM-Kategorien MXGP und MX2 sowie den beiden Europameisterschaftsklassen EMX250 und EMX125, wurde es am Nachmittag bereits ernst und die ersten WM- bzw. EM-Punkte wurden vergeben.
Die gleich der Serie lautende Top-Klasse MXGP setzte dabei den Schlusspunkt hinter den unterhaltsamen und actionreichen Motocross-Tag. Wie in der MX2 der bis 23-Jährigen geht es in der Premiumklasse am Samstag in den verkürzten Quali-Rennen um die Startaufstellungen für den Sonntag sowie für den Sieger um zehn WM-Punkte. Dabei zeigte der fünffache Weltmeister Jeffrey Herlings nach seinem Markenwechsel von KTM zu Honda zum wiederholten Mal seine Klasse. Hatte der Niederländer bei den vorangegangen Grand-Prix 2026 in Argentinien sowie Spanien (Andalusien) am Samstag jeweils Pech zu Rennbeginn, war er auf dem berühmten Schweizer Schollenholz-Parcours von Beginn bei der Musik. In der vierten von letztlich 14 Runden des Rennens über 20 Minuten plus zwei Runden übernahm er die Spitze und gab diese nicht mehr ab.

Zwar wurde er die gesamte weitere Renndistanz zunächst vom ebenfalls fünffachen Weltmeister Tim Gajser aus Slowenien auf Yamaha und am Ende vom amtierenden Vize-Weltmeister Lucas Coenen aus Belgien auf KTM unter Druck gesetzt, doch diesem hielt „The Bullet“ mit Bravour und all seiner Routine stand.
Hinter dem ganz zu Beginn führenden Andrea Adamo (ITA, KTM), Maxime Renaux (FRA, Yamaha) und dem Klassenneuling Kay de Wolf (NED, Husqvarna) wurde der zweifache und Vorjahres-Weltmeister Romain Febvre (FRA, Kawasaki) Siebenter. Die weiteren Top-10-Plätze sicherten sich Pauls Jonass (LAT, Kawasaki), Alberto Forato (ITA, Fantic) und Ruben Fernandez (ESP, Honda).
Schweizer mit Luft nach oben
Auf Top-10-Plätzen waren anfangs auch die beiden Lokalmatadore Jeremy Seewer (Bülach, Ducati) und Arnaud Touns (Genf, Yamaha) unterwegs, doch am Ende musste sich der Vorjahresdritte und der Wild-Card-Pilot mit den Plätzen zwölf und 16 begnügen.
Nico Greutmann (Merishausen, Honda) wurde an seinem erst zweiten WM-Renn-Wochenende, und dann gleich in der MXGP, 25. Im vorigen Jahr hatte er in Frauenfeld noch als Gesamtdritter der EMX250 auf dem Podest gestanden und die EM auf Rang vier abgeschlossen.

Die weiteren Schweizer Wild-Card-Piloten Nicolas Bender (Martigny, Husqvarna), Nico Häusemann (Lostorf, Triumph), Loris Freidig (Thörigen, Fantic), Mike Gwerder (Stadel, KTM), Ramon Keller (Truttikon, KTM) und Robin Scheiben (Sulgen, Triumph) belegten die Plätze 27, 28, 29, 31, 32 und 34.
Der weitere Schweizer Permanent-Pilot Kevin Brumann aus Ehrendingen war nach einer in der Vorwoche zugezogenen Schulterverletzung lediglich Zuschauer.
Start-Ziel-Sieg, aber ebenfalls enges Rennen
In der „kleinen“ WM-Klasse MX2 feierte Sasha Coenen, der Zwillingsbruder von Lucas Coenen, mit seiner ihm anvertrauten KTM zwar einen Start-Ziel-Sieg, aber so eindeutig war auch diese Sache nicht. Auch er hatte ständig jemand im Nacken, erst den Italiener Valerio Lata auf Honda, dann den derzeitigen WM-Spitzenreiter Camden Mc Lellan aus Südafrika auf Triumph. Schlussendlich wurde Mc Lellan Zweiter vor Lata. Der Vorjahres-Weltmeister Simon Längenfelder (GER, KTM) wurde Vierter vor Mathis Valin (FRA, Kawasaki).

Auch in dieses WM-Feld wagten sich einige Schweizer Gaststarter. Bester von ihnen wurde Samuel Oechslin auf dem beachtlichen 17. Platz, unmittelbar vor seinem Zwillingsbruder Thomas (beide Alphtal, beide KTM).
Nicht so recht in Schwung kam Luca Diserens (Domdidier, Honda), der auf Platz 27 landete. Remo Schudel (Beggingen, KTM) hatte lange Zeit im Bereich von Thomas Oechslin gelegen, beendete das Rennen allerdings drei Runden vor Schluss.

Hohe Quali-Hürden
Das Rennen der großen Europameisterschaftsklasse EMX250 gewann der aktuell Gesamtführende Francisco Garcia aus Spanien auf Kawasaki vor seinem Stallgefährten Jake Cannon aus Australien und dem Franzosen Alexis Fueri auf Beta.
Für die Schweizer Vertreter Cyril Elsener (Rafz, KTM), Arthur Steffen (Onnens, Honda), Eliot Vidalenz (Seyssel/FRA, Honda), Kjetil Oswald (St. Gallen, KTM), Noe Zumstein (Künten, Yamaha), Noryn Polsini (Fischenthal, KTM), Toni Ziemer (Unterwasser, KTM) und Noah Henzer (Sassel, Yamaha) war die Qualifikationshürde, ein Platz im Zeittraining unter den ersten 40 bei 64 Teilnehmern, noch etwas zu hoch.

In der EMX125 gingen die ersten drei Plätze an die Österreicher Ricardo Bauer und Moritz Ernecker, beide aus dem gleichen KTM-Team, und den Franzosen Sleny Goyer auf Yamaha. Hier war für Sven Wiederkehr (Berikon, KTM) und Kelyan Pavid (Sainte-Croix, KTM) nach dem Zeittraining der 62 Teilnehmer leider Schluss. Für das beste Schweizer Ergebnis sorgte mit viel Pech nicht der Sechste des Zeittrainings Ryan Oppliger (Forel, KTM), der keine Zielflagge sah, sondern Emil Ziemer (Unterwasser, KTM) als starker Elfter. Jarno Jansen (Bäretswil, Yamaha) und Luis Santeusanio (Langnau am Albis, Yamaha) wurden als 31. bzw. 38. gewertet.

Was geht am Haupttag?
Am Sonntag geht es ab 9:20 Uhr mit der Startaufstellung bzw. 9:40 Uhr mit dem zweiten Rennen der EMX125 weiter. Nach den Warm-up-Trainings der MX2 (ab 10:25 Uhr) und MXGP (ab 10:45 Uhr) geht es ab 11:30 Uhr mit dem zweiten Wertungslauf der EMX250 um den Renn- sowie Gesamtsieg. Danach tragen die MX2 und MXGP im regelmäßigen Wechsel (13:15 Uhr und 16:10 Uhr MX2; 14:15 Uhr und 17:10 Uhr MXGP) ihre je zwei Rennen über 30 Minuten plus 2 Runden aus. Danach stehen die Frauenfelder Grand-Prix-Sieger 2026 fest.
Weitere Infos unter www.mxgp-switzerland.com.
Fotos: Thorsten Horn
Online: Stefan Uhlmann