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| 02-03-2026 | Enduro News |
Perfektes Finale am Krähenberg - Huster Champion |
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Perfektes Finale am Krähenberg: ROCK Oil Enduro Wintercup endet bei Frühlingsbedingungen in Treuenbrietzen – Huster Champion
Mit dem dritten Lauf am Treuenbrietzener Krähenberg ist der ROCKOil Enduro Wintercup 2026 erfolgreich zu Ende gegangen – und das unter nahezu perfekten äußeren Bedingungen. Statt Schnee, Eis und Schlamm wie bei den ersten beiden Veranstaltungen präsentierte sich das Finale bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Ideale Voraussetzungen, die sich auch in den Teilnehmerzahlen widerspiegelten: Rund 280 Fahrerinnen und Fahrer ließen sich das Saisonfinale nicht entgehen und sorgten für ein stark besetztes Starterfeld.

Für zusätzliche Spannung sorgte die Premiere des Geländes. Am Krähenberg, bislang vor allem für Motocross-Läufe bekannt, wurde erstmals ein Enduro-Wettbewerb ausgetragen. Die Strecke war zwar etwas kürzer als bei den beiden vorangegangenen Läufen in Jüterbog und Reetz, hatte jedoch alles zu bieten, was ein würdiges Finale ausmacht. Neben schnellen Abschnitten auf Teilen der MX-Strecke verlangte vor allem das neu eingebundene Waldstück den Teilnehmern fahrerisch einiges ab. Enge Linien, technische Passagen und wechselnder Untergrund forderten höchste Konzentration.
Gerade im Nachmittagslauf zeigte sich, wie sehr die Bedingungen die Strecke im Tagesverlauf veränderten. Im sandigen Bereich bildeten sich tiefe Spurrillen, die saubere Linienwahl und viel Gefühl am Gas erforderten. Wer einmal aus der Spur geriet, verlor wertvolle Sekunden oder musste Kraft investieren, um wieder in Fahrt zu kommen.

Die Kombination aus technischer Waldsektion, ausgefahrenen Sandpassagen und schnellen MX-Teilen machte das Finale zu einer echten Herausforderung. Gleichzeitig bot das Frühlingswetter beste Bedingungen für Fahrer, Teams und Zuschauer und verlieh dem letzten Lauf eine besondere Atmosphäre.
Mit diesem gelungenen Finale am neuen Standort Treuenbrietzen endet eine abwechslungsreiche Wintercup-Saison, die von extrem unterschiedlichen Bedingungen geprägt war – vom Wintereinbruch in Jüterbog über die wechselhaften Verhältnisse in Reetz bis hin zum sonnigen Saisonabschluss am Krähenberg.
Spannende Entscheidungen im Vormittagslauf
Bereits am Morgen zeigte sich, dass die neue Strecke am Krähenberg alles andere als ein Selbstläufer war. Besonders im technisch anspruchsvollen Waldstück mussten die Fahrer präzise arbeiten, während auf den offenen MX-Passagen Tempo gefragt war. Die perfekten Witterungsbedingungen sorgten zwar für optimale Sicht und gute Bodenverhältnisse, dennoch verlangte der Kurs über die gesamte Renndistanz höchste Konzentration.
In der 85ccm-Klasse entwickelte sich ein enges Rennen. Paul Wirth setzte sich am Ende durch und gewann vor Lou Wohlhaupt und Enrik Hoffmann. Alle drei lagen lange Zeit in Schlagdistanz zueinander und lieferten sich einen intensiven Kampf um jede Position.

In der Klasse 9 behauptete sich Mark Ziegler, der vor Philipp Mika und Sebastian Schlecht die Oberhand behielt.
Bei den Damen unterstrich einmal mehr Julia Bittner ihre starke Saison. Mit 13 gefahrenen Runden gewann sie souverän vor Lara Otto und Stefanie Sonnenberg und ließ im Finale nichts mehr anbrennen.
Besonders viel Spannung herrschte in der stark besetzten Juniorenklasse. Georg Rühle nutzte die Gunst der Stunde und sicherte sich mit einer konstant starken Leistung den Sieg vor Lasse Woschke und Oskar Jaeschke, die bis zum Ende Druck machten. Für zwei Titelanwärter verlief das Rennen jedoch äußerst unglücklich: Karl Rink und Erwin Raue mussten jeweils technische Defekte hinnehmen und fielen dadurch weit zurück. Damit waren beide frühzeitig aus dem Meisterschaftskampf ausgeschieden – ein bitterer Rückschlag im entscheidenden Saisonlauf.

Bei den Senioren Ü40 setzte sich Daniel Hänel durch. Er gewann vor Thomas Frank und Dirk Peter und markierte dabei eine der schnellsten Einzelrunden des Vormittags.
In der Senioren Ü55 holte sich Enrico Ryl den Klassensieg vor Mario Süßmuth und Mirko Heine.
Gerade in dieser Klasse zeigte sich, wie wichtig saubere Linienwahl und eine kluge Renneinteilung auf dem technisch geprägten Kurs waren.
Mit insgesamt über 120 Startern im ersten Lauf wurde bereits am Vormittag deutlich, wie groß das Interesse am Finale war. Die Kombination aus neuem Gelände, perfekten Bedingungen und engen Punkteständen sorgte für intensive Positionskämpfe in nahezu allen Klassen.
Nachwuchs kämpft sich durch den Sand
Auch im anschließenden Kinderrennen zeigte sich, dass die scheinbar perfekten Bedingungen ihre ganz
eigene Herausforderung mit sich brachten. Während der Boden am Morgen noch relativ kompakt war,
arbeiteten sich besonders im Sandbereich mit jeder Runde tiefere Spuren heraus. Gerade für die jungen
Fahrer bedeutete das: kämpfen, sauber stehen bleiben und das Motorrad aktiv durch die Rillen führen.
Bei den 50ccm-Kids setzte sich erneut Melvin Gohlke durch. Mit acht gefahrenen Runden gewann er souverän in 33 Minuten. Dahinter folgten Louis Heinrich und Karl König, die beide sechs Runden absolvierten und sich ein enges Duell lieferten.

In der stark besetzten 65ccm-Klasse entwickelte sich ein spannender Kampf an der Spitze. Jannis Baum
gewann mit elf Runden in 31 Minuten knapp vor Dylan Kummrow, der nur wenige Sekunden Rückstand
hatte. Rang drei ging an Matilda Jani, die ebenfalls elf Runden absolvierte und eine starke Leistung
zeigte. Besonders beeindruckend waren die schnellen Einzelrundenzeiten in dieser Klasse, die unter
drei Minuten lagen.
Bei den PW50 bewiesen die jüngsten Teilnehmer großen Mut im tiefen Geläuf. Lucien Engel gewann mit zwei gefahrenen Runden vor seinem Bruder Jonathan Engel, während Eddi Melde das Podium komplettierte. Angesichts der tiefen Spurrillen und der geringen Motorleistung ist diese Leistung besonders hoch einzuschätzen.
Gerade im Nachwuchsbereich wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Strecke am Krähenberg auch bei bestem Wetter sein konnte. Der tiefe Sand forderte Technik, Balance und Durchhaltevermögen– Eigenschaften, die die jungen Fahrer eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Nachmittagslauf: Huster krönt sich am Krähenberg
Im entscheidenden Nachmittagslauf standen die Sportfahrer sowie die Klassen E1 bis E3 im Mittelpunkt – und damit auch die finalen Weichenstellungen im Championat. Bei perfekten äußeren Bedingungen entwickelte sich ein intensives und schnelles Rennen. Die Strecke war nun deutlich ausgefahrener als am Morgen, insbesondere im Sand bildeten sich tiefe Spurrillen, die saubere Linienwahl und viel Kraft verlangten.
Ein möglicher Siegkandidat fehlte jedoch: Felix Melnikoff musste krankheitsbedingt mit einer Magen- Darm-Grippe passen. Unter normalen Umständen hätte er im Kampf um die Spitzenplätze sicherlich ein gewichtiges Wort mitreden können.
In der Sportfahrer-Klasse ließ schließlich Paul-Erik Huster keinen Zweifel aufkommen. Mit starken 18 Runden und einer Gesamtzeit von 1:59:55 Stunden sicherte er sich den Tagessieg. Seine schnellste Runde von 6:23 Minuten unterstrich dabei seine starke Performance auf der neuen Strecke am Krähenberg.
Felix Bopp, der beim Finale erstmals auf einer Beta unterwegs war, hielt das Tempo lange hoch und belegte ebenfalls mit 18 Runden Rang zwei. Platz drei ging an Daniel Mörbe, der ebenfalls konstant fuhr und das Podium komplettierte.
In der E1 setzte sich erneut Nico Szebrat durch. Mit 17 Runden gewann er vor Noah Rübesamen und Chris Burkhardt.
Die E2 entschied Dino Skoppek für sich. Auch er absolvierte 17 Runden und behauptete sich knapp vor Dario Haker, während Antonio Weilmünster Rang drei belegte.
In der E3 bestätigte Leon Raimann seine starke Form. Mit 17 Runden sicherte er sich den Sieg vor Kurt Schubert, während Tino Bauer auf Rang drei folgte.
Mit insgesamt 123 Startern im Nachmittagslauf zeigte sich auch hier die hohe Beteiligung beim Finale.
In Kombination mit dem Vormittags- und Kinderrennen kamen rund 280 Teilnehmer nach Treuenbrietzen – ein würdiger Abschluss für die Wintercup-Saison.
Meisterehrung: Huster folgt auf Kossak
Im Anschluss an die Rennen fand die große Meisterehrung statt. Mit konstant starken Leistungen über
alle drei Läufe sicherte sich Paul-Erik Huster den Gesamtsieg im ROCK Oil Enduro Wintercup 2026
und krönte sich damit zum neuen Wintercup-Champion. Er tritt die Nachfolge von Vorjahressieger Janik
Kossak an.

Die vollständigen Meisterschaftsstände der Saison 2026 sind online einsehbar: https://enduro-wintercup.de/meisterschaftsstaende-saison-2026/
Mit einem Winterauftakt bei Schnee und Eis, wechselhaften Bedingungen in Reetz und einem sonnigen
Finale in Treuenbrietzen bot die Saison 2026 alles, was den ROCK Oil Enduro Wintercup auszeichnet:
Vielfalt, Spannung und Motorsport unter unterschiedlichsten Bedingungen. Ein würdiger Abschluss –
und Vorfreude auf die nächste Saison.
Alle Informationen zur Serie sind auf www.enduro-wintercup.de zu finden.
Fotos:Michel Kuchel
Online: Stefan Uhlmann