online magazin
brandaktuell | ehrlich | unabhängig | direkt
| 21-09-2026 | Deutsche Motocross Meisterschaft News |
Grande Finale der DMX 2026 in Thurm |
|
In der Viertelliter-Kategorie reisten Linus Jung aus Hattert in Rheinland-Pfalz und Fritz Greiner aus Hüttermühle bei Genthin in Sachsen-Anhalt nur durch neun Punkte getrennt zum Titelkampf an. Bei noch einmal 50 zu vergebenden Zählern war demzufolge noch rein gar nichts entschieden.

Zunächst lief alles nach Plan, doch das dicke Ende kam
Den ersten Heat gewann Linus Jung vor dem kurzfristig ins Line up gerückten langjährigen Motocross-(WM-)Fahrer und aktuellen Weltklasse-Enduro-Piloten Jeremy Sydow, der mit seinem Triumph-250-Trainingsbike mehr „just for fun“ sein Motocross-Comeback gab. Wie Jeremy Sydow war auch Stefan Ekerold das erste Mal seit langer Zeit wieder auf einer Motocross-Piste zu sehen. Er wurde in jenem ersten Lauf als weiterer Gaststarter außer Konkurrenz Dritter. Hinter dem nächsten regulären DM-Piloten Oskar Luis Romberg aus Werl OT Hilbeck in Nordrhein-Westfalen wurde Fritz Greiner Fünfter bzw. DM-Dritter. Damit hatte Linus Jung seinen Vorsprung auf ihn auf 14 Punkte ausgebaut. Mit unbeschreiblichem Technik-Pech, konkret Speichenverlust im defekten Hinterrad, im letzten Rennen kam ihm der schon sicher geglaubte Titel noch abhanden. Dieser wanderte daraufhin zu Fritz Greiner, der erneut Fünfter im Rennen, jedoch in der DM-Wertung Dritter geworden war. Hinter Jeremy Sydow wurde der Clubfahrer des gastgebenden MSC Thurm, Leon Rudolph aus Crimmitschau, Zweiter im Rennen und auch in der DM-Tageswertung hinter Oskar Luis Romberg.

Zweitbester Sachse in Wertung wurde Jimmy Opitz aus Langenhessen als Tageszehnter. Zwei Plätze hinter ihm landete im Gesamtranking Tim Engelmann aus Hainichen. Der weitere Clubfahrer Paul-Richard Kipping aus Leisnig wurde 15. und Justin Turowski aus Großschirma 21.

Stargast Jeremy Sydow kam voll auf seine Kosten
Nach seinem ersten Motocross-Rennen seit seinem Wechsel ins Enduro-Lager 2022 sagte Jeremy Sydow: „Das hat mal wieder echt Spaß gemacht, so wie ich mir das auch vorgestellt hatte. Aber klar, mit den Plätzen zwei und eins in den Rennen hat das auch von der sportlichen Seite her Spaß gemacht. Ich bin einer, der immer gewinnen will und immer sehr ehrgeizig. Ohne Podium hätte es vielleicht ein bisschen weniger Spaß gemacht, aber ich bin auf jeden Fall froh, hier gewesen zu sein. Ich habe das auch gemacht, weil meine Enduro-WM-Saison schon seit Anfang August vorbei ist. Bis zum DM-Finale sind noch vier Wochen hin, da hat das gut reingepasst. Wenn es sich wieder mal ergibt, bin ich der Letzte, der nein sagt.“ An dieser Stelle sei angemerkt, dass Jeremy Sydow aller Voraussicht nach auch beim Stoppelcross Zumroda am 10. Oktober antreten wird. Fest im Plan hat er ebenso das Enduro-EM-Finale am 31. Oktober und 1. November in Woltersdorf bei Berlin.


Achter Tagessieg im achten Rennen für Tom Sönke Hänel
In der 85er-Kategorie stand der Meister 2026 mit Tom Sönke Hänel aus Borstendorf bereits fest. Um Silber bewarben sich noch der Apoldaer Felix Siegel, Nick de Jong aus Herzogenrath in Nordrhein-Westfalen und Jamiro Peters aus Viersen, ebenfalls in NRW. Während den Sohn des mehrfachen Deutschen Motocross Meisters Daniel Siegl und Nick de Jong nur neun Punkte trennten, waren die Chancen von Jamiro Peters eher theoretischer Natur. Bei seinem „Schaulaufen“ holte Tom Sönke Hänel mit den Heat-Plätzen eins und zwei, wie sieben Mal zuvor, auch bei der achten Veranstaltung der Klasse den Tagessieg und verabschiedete sich mit weißer Weste zu den 125ern. Wenngleich Felix Siegl nach Platz zwei im ersten Lauf im zweiten lange führte und nach einem zwischenzeitlich technischen Problem nur Zehnter wurde, reichte es für ihn für Saisonsilber.
Tageszwölfter wurde Connor Schubert aus Rödlitz, gefolgt von Bennet Bergmann aus Herold.

Mr. 100 Prozent in der kleinsten Klasse
In der kleinsten DMX-Klasse, jener für 50-ccm-Motocross-Maschinchen, hatte Melvin Gohlke aus dem thüringischen Kaltennordheim bei den vorangegangen Veranstaltungen sogar alle Heats für sich entscheiden können und brachte einen beruhigenden 36-Punkte-Vorsprung auf Willy Grünberg aus dem brandenburgischen Hohenleipisch mit nach Thurm. Diese Siegesserie setzte er beim Finale fort, wobei er den Titel schon im ersten Wertungslauf dingfest machen konnte.
Der Waldenburger Mats Ihle und Fritz Brenner aus Schlunzig landeten in der Tageswertung auf den Plätzen acht und neun.
Noah Ludwig siegte am Finaltag des Saisonfinales in der Top-Klasse
Am Abschlusstag des Thurmer Events sowie der DMX-Saison 2026 kamen die weiteren Solo-Klassen der Deutschen Jugend Motocross Meisterschaft bis 65 ccm und bis 125 ccm, sowie als Sahnehäubchen die Deutsche Motocross Meisterschaft Klasse Open zum Zug. Die Top-Klasse setzte dabei den tatsächlichen Schlusspunkt. Auch in dieser war der Titel bereits vergeben, und zwar an Max Thunecke aus Altmersleben in Sachsen-Anhalt. Um Silber ging es noch zwischen Mark Scheu aus Grabenstetten in Baden-Württemberg, Vincent Gallwitz aus Rheinberg in NRW und Noah Ludwig aus Aschersleben. Letzterer war in diesem Jahr zuvor nur bei fünf DM-Läufen am Start und in Thurm neben Jeremy Sydow der zweite prominente Starter des Wochenendes. Erwartungsgemäß gewann er beide Läufe souverän – den ersten vor dem Pechvogel vom Samstag Linus Jung sowie Mark Scheu und Max Thunecke und den zweiten vor Linus Jung, Max Thunecke und Mark Scheu. Damit hatte er sich in der DM-Wertung noch auf den Bronzerang hinter Mark Scheu geschoben.
Gute Leistungen zeigte auch das Thurmer Eigengewächs Lukas Fiedler aus Waldsachsen. Im ersten Heat rollte er sich mit Rang zehn ein, im zweiten wurde er hinter den Top-4 Fünfter und nahm damit in der Tageswertung Platz sechs ein.
Zweitbester sächsischer Pilot wurde der Enduro-DM-Fahrer Edward „Eddi“ Hübner aus Penig als Tagesachter. Jimmy Opitz und Leon Rudolph nahmen bei ihrem Heimrennen das volle Programm mit und belegten im Konzert der 450er am Sonntag mit ihren 250-ccm-Maschinen die Tagesränge elf und 14.

Meisterschaftsspitzenreiter fixierten die Titel
In den weiteren beiden Klassen der der Deutschen Jugend Motocross-Meisterschaft (bis 125 ccm und bis 65 ccm) wurden die diesjährigen Meister in Thurm noch gesucht.
Mit ebenfalls einem Punkte-Plus von 36 Zählern musste in der Achtelliterklasse die Entscheidung zwischen Finn Lange aus Eggesin in Mecklenburg-Vorpommern und Tim Schröter aus Ballenstedt in Sachsen-Anhalt fallen. Mit zwei Heat-Siegen tat Tim Schröter alles in seiner Macht stehende, doch Finn Lange hatte mit den Heat-Plätzen zwei und drei alles unter Kontrolle und holte den Titel.
Sogar 41 Punkte Vorsprung hatte vorm Saison-Showdown Bruno Lenarz aus dem thüringischen Großlohra in der 65er-Kategorie. Hier hätten ihm nur noch Matteo Bauten aus Erkelenz in Nordrhein-Westfalen die Tour vermiesen können.
Wenngleich nur als Sechster des ersten Laufes war Bruno Lenarz bereits nach selbigem am Ziel seiner Wünsche. Im zweiten drehte er noch mal richtig auf und holte sich den letzten Heat-Sieg der Saison. Der Tagessieg ging hingegen an Eddi Haustein aus Marienberg, der Lauf eins gewinnen konnte und Lauf zwei als Zweiter hinter Bruno Lenarz beendete. Anton Seidel aus Reichenbach und Hardi Kretzschmar aus Lichtenstein belegten die Tagesränge 16 und 17.
Am Ende des zweitägigen DMX-Finales zog der Vorsitzenden des Gastgebervereins MSC Thurm, Jörg Fiedler, folgendes Fazit: „Leider hat das Wetter nicht ganz durchgehalten, doch trotz des am Sonntagnachmittag einsetzenden Regens haben wir alle Rennen gut über die Bühne gekriegt. Selbst für die 65er-Klasse war alles noch gut fahrbar. Ich denke, dass wir alles wieder sehr gut hinbekommen haben, um den Fahrern faire Wettkämpfe zu ermöglichen. Auch von Ausfällen oder Unfällen her hat alles gut funktioniert. Das Wetter hat uns, auch auf Grund der Vorhersagen, ein paar Zuschauer gekostet, aber naja. Im Namen unseres Vereins bedanke ich mich bei allen Helfern, Sponsoren, den Behörden und Zuschauern sowie auch Fahrern – einfach bei allen, die zum Gelingen beigetragen haben.“
Weitere Infos unter www.msc-thurm.de.
Fotos:Thorsten Horn
Online: Stefan Uhlmann