online magazin
brandaktuell | ehrlich | unabhängig | direkt
| 29-09-2026 | ADAC MX-Masters News |
SHR Motorsports - Ein Finale zwischen Euphorie und bitterer Enttäuschung |
|
Zum großen Saisonfinale der ADAC MX Masters 2026 ging es für SHR Motorsports by Hartje noch einmal auf die traditionsreiche Sandstrecke nach Fürstlich Drehna. Ein letztes Mal in dieser Saison hieß es: alles geben, die letzten Kräfte mobilisieren und auf dem anspruchsvollen Sandgemisch noch einmal um jede Position kämpfen.
Bei bestem Sonnenschein gingen unsere Jungs am Samstag ins freie Training, um sich mit der leicht veränderten Streckenführung vertraut zu machen. Besonders Jörgen-Matthias Talviku verbindet mit Fürstlich Drehna ganz besondere Erinnerungen: Im vergangenen Jahr konnte JMT hier in seiner ersten ADAC MX Masters Saison als Rookie auf der 450er mit Rang vier nur knapp das Podium verfehlen.

Im freien Training fanden beide Fahrer schnell ihren Rhythmus und konnten sich gut auf die Bedingungen einstellen. Damit war die Grundlage für das Qualifying gelegt.
Schwieriger Start für Zaremba – starke Qualifikation für Talviku
Für Dawid Zaremba verlief das Qualifying allerdings alles andere als nach Plan. Der Pole fand nur schwer in seinen Rhythmus und tat sich mit der Strecke sichtlich schwer. Einige Runden vor dem Ende lag er lediglich auf Rang 17. Trotz aller Bemühungen konnte er sich nicht mehr entscheidend nach vorne arbeiten. Damit war die Ausgangslage für die Wertungsläufe entsprechend schwierig und der Samstag war für Dawid damit bereits beendet.
Jörgen-Matthias Talviku kam deutlich besser mit den Bedingungen zurecht. Mit einer starken Qualifying-Leistung sicherte er sich Rang vier und damit eine hervorragende Ausgangsposition für seinen ersten Wertungslauf, der bereits am Samstag auf dem Programm stand.
Racepodium für JMT
Talviku verpasste den Holeshot nur knapp und kam nach dem Gerangel in der ersten Kurve zunächst auf Rang fünf aus der Startphase. Doch bereits in den ersten Metern fand JMT seinen Rhythmus und schob sich auf Rang vier nach vorne.
In Runde drei zögerte der Este nicht lange und setzte sich mit einem sauberen Manöver an Ludwig vorbei. Auf Rang drei liegend nahm er nun die beiden Spitzenplätze ins Visier. Nur zwei Runden später war es bereits so weit: Mit einem starken Überholmanöver sicherte sich JMT Rang zwei.
Von diesem Moment an fuhr Talviku kontrolliert und konzentriert. Mit konstant schnellen Rundenzeiten hielt er seinen Platz bis ins Ziel und sicherte sich damit ein weiteres Rennpodium in seiner ADAC MX Masters Saison. Gleichzeitig schuf er sich damit eine hervorragende Ausgangslage für den entscheidenden Rennsonntag.

Rennsonntag: Zwischen Aufholjagd und bitterem Aus
Der Rennsonntag sollte für unsere Jungs allerdings alles andere als einfach werden. Glück und Pech lagen an diesem Tag so dicht beieinander wie selten zuvor und am Ende sollte sich das erhoffte Meisterschaftspodium wie im letzten Moment durch die Finger ziehen.
Jörgen-Matthias Talviku setzte im zweiten Wertungslauf erneut auf seine Stärke am Start. Mit seinem siebten Holeshot der Saison bewies JMT einmal mehr, dass er in dieser Saison der stärkste Starter im Feld ist.

Doch bereits am zweiten Sprung stockte dem gesamten Team der Atem. JMT stürzte bei hoher Geschwindigkeit schwer. Sowohl im Livestream als auch aus der Boxengasse war der heftige Abflug zu sehen. Doch Talviku rappelte sich sofort wieder auf und fuhr zunächst zurück in die Boxengasse, um seinen Lenker richten zu lassen.
Was anschließend folgte, war eine unglaubliche Aufholjagd.
Als wäre nichts passiert, nahm JMT die Verfolgung des Feldes wieder auf. Runde für Runde arbeitete er sich nach vorne und fuhr dabei teilweise die schnellsten Rundenzeiten des gesamten Feldes. Talviku war förmlich nicht mehr zu bremsen, fuhr wie in einem Rausch und kämpfte sich Position um Position nach vorne.
Mit einer beeindruckenden Aufholjagd fuhr er schließlich noch bis auf Rang sechs nach vorne.
Auch Dawid Zaremba erwischte trotz seiner schwierigen Ausgangslage einen starken Start in seinen ersten Wertungslauf. Nach der ersten Runde wurde er auf Rang acht gewertet. Bereits vier Runden später hatte er sich auf Position sieben nach vorne gearbeitet und machte weiter Druck.

Nur eine Runde später war die nächste Position fällig: Dawid übernahm Rang sechs.
Nach einem kleinen Fehler im Zweikampf musste er zwischenzeitlich noch einmal eine Position abgeben und fiel auf Rang sieben zurück. Doch Zaremba kämpfte weiter und holte sich zwei Runden vor Rennende Rang sechs zurück.
Damit lag Dawid nach dem ersten Wertungslauf in der Meisterschaftswertung auf Rang drei. Das Meisterschaftspodium war plötzlich wieder in Reichweite.
Bitteres Ende für Zaremba – starker Saisonabschluss
Im zweiten Wertungslauf sollte das Glück allerdings nicht auf Dawids Seite sein. Nach vier Runden musste er das Rennen aufgrund technischer Probleme vorzeitig beenden.

Damit rutschte er in der Meisterschaft noch auf Rang fünf zurück. Trotzdem bleibt unter dem Strich eine deutliche Steigerung gegenüber der vergangenen Saison und ein starker Abschluss in seinem letzten Rennen in der ADAC MX Junior Cup 125 Saison.
Das Meisterschaftspodium zum Greifen nah
Für Jörgen-Matthias Talviku war im letzten Wertungslauf der Saison noch alles möglich. Der Start verlief diesmal nicht nach Wunsch. JMT wurde etwas eingekesselt und kam nur auf Rang sieben aus der ersten Runde.
Doch sein Ziel war klar: das Meisterschaftspodium und das Wochenendpodium.
Noch war alles möglich.
JMT wusste, dass er vor Haavisto ins Ziel kommen musste. Der Finne lag allerdings bereits in Runde vier auf Rang zwei. Talviku ließ sich davon nicht beeindrucken und begann seine Aufholjagd.
Position für Position arbeitete er sich durch das Feld. Runde für Runde machte JMT Boden gut, bis er schließlich am Hinterrad von Haavisto angekommen war.
Mit einem sauberen und kontrollierten Manöver setzte sich Talviku am Finnen vorbei und übernahm Rang zwei.
Das Meisterschaftspodium war zum Greifen nah. Doch dann kam der Schock.
Sieben Minuten vor Rennende zwang ein technischer Defekt JMT zur Aufgabe. Von einem Moment auf den anderen war der Traum vom Meisterschaftspodium beendet.
Es war ein herzzerreißender Moment für JMT, für das gesamte Team und für die Zuschauer an der Strecke. Selbst die Kommentatoren des Livestreams fanden kaum Worte für das, was sich in diesen letzten Minuten abspielte.

JMT hätte es sich verdient. Seine Performance an diesem Wochenende war spektakulär. Ein Podium im ersten Lauf, eine unglaubliche Aufholjagd nach einem schweren Sturz und anschließend erneut der Kampf um die Spitzenposition bis die Technik seinem Kampf ein abruptes Ende setzte.
Sichtlich enttäuscht kehrte das gesamte Team zurück zum Truck. Doch trotz dieser bitteren letzten Rennminuten bleibt eine starke Saisonleistung: Jörgen-Matthias Talviku beendet die Meisterschaft auf Rang vier und sichert sich zudem den Titel als Holeshot-Sieger des Jahres 2026.
Jetzt geht der Blick nach vorne
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Bereits am kommenden Wochenende steht mit dem Motocross der Nationen das nächste große Highlight auf dem Programm.
Wir drücken Jörgen-Matthias Talviku für seinen Einsatz im Team Estland alle Daumen und wünschen ihm für das Saisonfinale auf internationaler Bühne viel Erfolg!
Ein riesiges Dankeschön geht an unser gesamtes Team. An jede helfende Hand, jeden Mechaniker, jeden Betreuer und jeden Menschen, der hinter den Kulissen seinen Teil dazu beigetragen hat, diese Saison möglich zu machen.
Und natürlich an all unsere Sponsoren und Partner, ohne deren Unterstützung ein solches Rennprogramm nicht umzusetzen wäre.

Online: Stefan Uhlmann