online magazin
brandaktuell | ehrlich | unabhängig | direkt
| 28-09-2026 | ADAC MX-Masters News |
Meisterliche Meister beim Motocross-Showdown in Fürstlich Drehna |
|
Beim Finale des ADAC MX Masters unterstrichen Roan van de Moosdijk und Nicolai Skovbjerg ihre erfolgreichen Saisonleistungen und vorzeitig eingefahrenen Titel
Das diesjährige Motocross in Fürstlich Drehna war bei bestem Rennwetter das erwartete Fest für Fahrer und Fans. Dabei konnte sich der gastgebende MSC Fürstlich Drehna beim Finallauf der deutschen Top-Motocross-Serie ADAC MX Masters über insgesamt 11.500 Zuschauer an der Traditionsrennstrecke „Rund um den Mühlberg“ freuen.

In der gleich der Serie lautenden Top-Klasse ADAC MX Masters und der unmittelbaren Nachwuchsklasse ADAC MX Youngster Cup reisten der Niederländer Roan van de Moosdijk (KTM, Kosak Racing Team) und der Däne Nicolai Skovbjerg (Husqvarna, SixtySeven Racing-Team) als bereits feststehende Meister 2026 an. Nachdem beide bei der Jubiläumsveranstaltung anlässlich 20 Jahre ADAC MX Masters in Fürstlich Drehna in den ersten Rennen ihrer Klassen am Samstag mit klaren Heat-Siegen die nächste Duftmarke gesetzt hatten, präsentierten sie sich auch am klassischen Rennsonntag meisterlich.
Vorzeitiger Meister souverän
Den ersten Lauf am Vortag hatte Roan van de Moosdijk mit einem Vorsprung von 12,486 Sekunden gewonnen. Im ersten Heat heute respektive dem zweiten des Wochenendes hatte er dem Finnen Jere Haavisto (KTM, Schmicker Silve Racing) 37,094 Sekunden abgenommen. Weiter rund elf Sekunden später traf der Wormstedter Tom Koch (KTM, KTM Sarholz Racing Team) als Dritter ein. Im absolut finalen Rennen des Tages, des Wochenendes und der Masters-Saison verwies Roan van de Moosdijk wieder Jere Haavisto und Tom Koch auf die Plätze. Diesmal hatte er sie um 31,703 bzw. 34,013 Sekunden distanziert. Diese drei Piloten enterten anschließend in dieser Reihenfolge auch das Podium für die Tages- bzw. Wochenendwertung.

Von wegen nur Zuschauer
Gern hätte bei seinem Heimspiel auch Maximilian Spies wieder mitgemischt und gegebenenfalls wieder auf dem Podest mit seinen Fans gefeiert. Leider hatte sich der Ortrander bei der Vorschlussrunde der Serie vor einem Monat schwer am Rücken verletzt, war aber bei seinem Heim-Verein stark präsent. Er sinnierte am Rande: „Es war auf jeden Fall sehr schwer für mich, nur zuzuschauen. Trotzdem war es auch für mich ein geiles Wochenende mit geilem Wetter und tollen Fans. Schön dass, obwohl ich nicht gefahren bin, so viele Fans an die Strecke gekommen sind und eine super Stimmung gemacht haben. Ja, zuschauen hat weh getan, mich aber umso mehr angespornt, nächstes Jahr wieder als Fahrer dabei zu sein.“
Und weiter: „Ich hatte diesmal zwar keinen Rennstress, dafür anderen Stress. Ich habe das Social Media Team für Fürstlich Drehna ein bisschen übernommen. Zudem hatte ich viele Interviews und Termine und bin mehr hin und her gelaufen als ich eigentlich wollte. Von daher war es genau so stressig für mich wie sonst, nur anders.“

Weiße Weste knapp verpasst
Wie Roan van de Moosdijk in der Top-Kategorie, nutzte im ADAC MX Youngster Cup Nicolai Skovbjerg das Fürstlich-Drehna-Wochenende zum „Schaulaufen“ – und wie! Auch er hatte am Samstag mit deutlichem Vorsprung (9,552 Sek.) gewonnen und am Sonntag daran nahtlos angeknüpft. Im ersten Samstag-Rennen hatte er nach einer weiteren Solo-Fahrt am Ende 9,601 Sekunden Vorsprung auf den Finnen Saku Mansikkamäki (KTM, Schmicker Silve Racing) sowie 12,566 auf den Drittplatzierten, den Österreicher Ricardo Bauer (KTM, Norman KTM Factory Rookies).
Der dritte Heat begann mit einem Massensturz im ersten Nadelöhr, in den auch Nicolai Skovbjerg verwickelt war. Vom Ende des nur noch 32 Starter umfassenden Feldes startete er eine Aufholjagd, die die Fans sprichwörtlich von den Sitzen riss. Gegen Rennmitte hatte er die Top-10-Plätze erreicht, doch war sein Hunger längst noch nicht gestillt. Vier Runden vor Schluss war er auf der zweiten Position angelangt und machte nun Jagd auf den enteilten Esten Sebastian Leok (Husqvarna, MX-Handel Husqvarna Racing). Bis in die letzte Runde hinein machte er Meter um Meter auf den Führenden gut, doch dann ging ihm die Zeit aus. Mit weniger als einer Sekunde Rückstand musste er sich mit Platz zwei begnügen, wurde aber trotzdem souverän Gesamtsieger auch des letzten Renn-Wochenendes des Jahres. Bei der entsprechenden Siegerehrung nahmen Saku Mansikkamäki und Sebastian Leok links bzw. rechts neben ihm Aufstellung.
Bester Deutscher wurde Valentin Kees aus Schwabniederhofen (KTM, Kosak Racing Team) als Gesamtfünfter.

Die Club-Fahrer des MSC Fürstlich Drehna, Richard Stephan aus Großräschen (KTM, KTM GST Berlin Racing) und Joshua Völker aus dem thüringischen Bad Liebenstein (KTM, Becker Racing), landeten auf den Gesamträngen 22 und 25, wobei Richard Stephan es in zwei Heats wenigstens in die Punkteränge (bis Platz 20) schaffte.

Kontrolliert zum Titel
Nachdem in einer der beiden Junioren-Klassen am Samstag leicht vorzeitig eine weitere Meisterschaftsentscheidung gefallen war – der Lette Martins Cirulis machte im ADAC MX Junior Cup 85 den Deckel drauf – musste im ADAC MX Junior Cup 125 die Entscheidung zwischen dem Meisterschaftsführenden Lucas Leok aus Estland (KTM, KTM MX Futures) und dem Schweizer Emil Ziemer (KTM, Motobike Racingteam) noch fallen. Mit zwei kontrollierten Fahrten verteidigte Lucas Leok seinen mitgebrachten Punktevorsprung punktgenau. Im ersten Heat wurde er Zweiter hinter Emil Ziemer. Im zweiten hatte er sich schon mit Platz zwei oder drei abgefunden, dann stürzte Emil Ziemer und eröffnete Lucas Leok die Chance zum Sieg, die er dankend annahm. Zur Gesamtsiegerehrung, bei der gemäß Motocross-Arithmetik bei Punktegleichstand Lucas Leok als Erster und Emil Ziemer als Zweiter geehrt wurden, nahmen sie den Niederländer Timo Heuver (Fantic, JP Xtreme Xperience) mit.
Im ersten Lauf landeten die beiden weiteren MSC-Fahrer Mark Tanneberger aus Finsterwalde (KTM, Becker Racing) und der Ruhlander Moritz Firl (KTM, KTM GST Berlin Racing) als 16. bzw. 20. zumindest in den Punkten. Den zweiten Heat gab der das ganze Wochenende mehr mit massiven Magenproblemen als mit den Gegnern kämpfende Mark Tanneberger vorzeitig auf. Moritz Firl wurde 30.

Auf leicht vorzeitigen Titel folgte die Kür
Das Sonntagsrennen zum ADAC MX Junior Cup 125 gewann erneut Martins Cirulis, diesmal vor seinem Zwillingsbruder Patriks (beide Husqvarna, Schmicker Silve Racing) sowie dem Briten Harry Daele (KTM, KTM MX Futures).
Fazit des Club-Chefs
Am Ende eines würdigen Finales des ADAC MX Masters sowie eines weiteren echten Motocross-Leckerbissens zog der Vereinsvorsitzende des MSC Fürstlich Drehna e. V. im ADAC, Marcel Rentsch, folgendes Fazit: „Einfach mega. Mir fehlen fast die Worte, was wir dieses Wochenende erleben durften und wir als Verein geschafft haben. Es hat wieder viel Spaß gemacht, das vorzubereiten, und die Traumkulisse ist für uns auch Lohn für unsere Arbeit. Wir sind ein gutes, engagiertes und eingespieltes Team mit vielen Helfern und vielen Ideen. Bei denen möchte ich mich an dieser Stelle recht herzlich bedanken. Ebenso bei unseren Sponsoren, Partnern und allen, die mitgewirkt haben.“
Nachdem der rührige Verein im Süden Brandenburgs seit 2006, mit Ausnahme von 2022, stets den Saisonauftakt des ADAC MX Masters ausgerichtet hat, will man im nächsten auf einen derartigen Termin im April zurückkehren. „Das ist für uns als Verein das Beste. Den Saisonauftakt, wenn das eine oder andere was die Serie betrifft noch etwas hakelig ist, können wir und wir haben den besseren Boden als im Herbst“, so noch einmal Marcel Rentsch.
Fotos:Thorsten Horn
Online: Stefan Uhlmann