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| 26-06-2026 | ADAC MX-Masters News |
Die Halbzeitmeister der vier Rennklassen |
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Mit dem Event in Tensfeld ist die erste Saisonhälfte um. Wir nutzen die Sommerpause bis Gaildorf, um einen kleinen Rückblick zu wagen und die Halbzeitmeister zu zelebrieren.

Roan van de Moosdijk übernahm bei Saisonmitte die Führung im ADAC MX Masters
Das Spitzenduell mit abrupter Wendung
In der Königsklasse ADAC MX Masters haben in der ersten Saisonhälfte zwei Fahrer dominiert: Max Nagl und Roan van de Moosdijk. Kein anderer der regelmäßigen Serienstarter hielt mit den beiden mit. Bei den ersten drei Rennen in Grevenbroich, Dreetz und Bitche lag Nagl in den meisten Fällen vor van de Moosdijk. Beim Saisonauftakt konnte der 38-jährige Routinier sogar das Qualifying und alle drei Rennen für sich entscheiden.
In Dreetz gesellte sich der MX2-Weltmeister Simon Längenfelder zu dem Duo hinzu und gewann bei seinem ersten Rennausritt auf einem 450 ccm-Motorrad zwei der drei Läufe und damit auch den Veranstaltungssieg. Van de Moosdijk konnte sich immerhin im zweiten Lauf vor Nagl platzieren, verlor aber insgesamt weitere Punkte auf seinen Hauptkontrahenten, der den dritten Lauf gewann.
Beim Auslandsrennen in Frankreich gingen die ersten beiden Laufsiege erneut an Nagl, der seinen Widersacher im zweiten Lauf nach einer starken Aufholjagd kurz vor dem Ziel noch bezwang. Doch der Niederländer konterte im dritten Lauf mit seinem ersten Laufsieg der Saison, sein Aufwärtstrend hielt an. Doch erneut baute Nagl seine Tabellenführung um ein paar Punkte weiter aus.
Andere Fahrer, die vor der Saison noch zu den potenziellen Titelfavoriten gehörten, taten sich schwer, mit den beiden Spitzenfahrern mitzuhalten und kämpften scheinbar nur um den dritten Platz auf dem Podium. Doch in der rund einmonatigen Pause vor der vierten Veranstaltung in Tensfeld fanden Tom Koch, Maximilian Spies, Jere Haavisto und Noah Ludwig allmählich zu der von ihnen gewohnten Form zurück.

Max Nagl musste durch eine Verletzung einen bitteren Ausfall in Tensfeld verzeichnen
Eine alte Regel im Motorsport ist: es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Und im Motorsport können sich die Dinge sehr schnell ändern. So geschah es dann auch in Tensfeld: Im ersten Lauf kollidierten Nagl und van de Moosdijk in Führung liegend mit vor ihm gestürzten, überrundeten Fahrern. Während der Niederländer das Rennen auf dem zweiten Platz beenden konnte, fiel Nagl für das gesamte Wochenende mit einer Rückenverletzung aus. Van de Moosdijk ging sogar als Veranstaltungssieger hervor, ohne einen einzigen Lauf an dem Wochenende gewonnen zu haben. Damit übernahm er das Red Plate des Tabellenführenden. Koch, Nagl und Haavisto gewannen jeweils einen Lauf und schöpften damit weiteres Selbstvertrauen für den Rest der Saison. Wer Nagl kennt, weiß, dass der nicht so schnell aufgibt. Nach einer sorgfältigen Abklärung mit seinen Ärzten strebt er an, bei der fünften Meisterschaftsrunde in Gaildorf Anfang August wieder an den Start zu rollen. Die zweite Saisonhälfte verspricht viel Spannung.

Nicolai Skovbjerg ist bisher in dieser Saison eindeutig der Schnellste im ADAC MX Youngster Cup
vRed and white: Danish dynamite!
Auch im ADAC MX Youngster Cup geht es actionreich zu. Der Däne Nicolai Skovbjerg gewann den ersten Lauf der Saison in Grevenbroich. Die Veranstaltungswertung ging jedoch nach einem Sieg im dritten Lauf an den Niederländer Scott Smulders vor Skovbjerg, dem jungen Deutschen Jan Krug und Liam Owens, der den zweiten Lauf gewann.
In Dreetz dominierte Smulders den ersten Lauf und gewann auch den zweiten Lauf, knapp während Skovbjerg mit schlechten Starts haderte und immer aus dem Mittelfeld die Rennen beginnen musste. Mit einem hohen Tempo und sehr guter Fitness fuhr er immer auf beeindruckende Weise nach vorne und sicherte sich mit dem Sieg im dritten Lauf den Veranstaltungssieg. Smulders hatte einen schlechten dritten Lauf und musste daraufhin die Tabellenführung an Skovbjerg abtreten. Der amtierende Champion Mads Fredsoe kam in Dreetz besser zurecht als noch beim Saisonauftakt und ließ ebenfalls seine Stärke aufblitzen.

Der amtierende Champion Mads Fredsoe ist nun der erste Verfolger seines Landsmanns
Auch in Frankreich funktionierten die Starts von Skovbjerg nicht gut, dennoch erzielte er zwei Laufsiege und baute mit dem Veranstaltungssieg seine Tabellenführung vor Smulders weiter aus. Fredsoe fand immer weiter zu seiner gewohnten Form zurück, gewann den ersten Lauf, musste aber mit einem Ausfall nach technischem Defekt im dritten Lauf einen Rückschlag hinnehmen.
In der Woche vor Tensfeld wechselte der Tabellenführer überraschend das Team. Der Wechsel bremste Skovbjerg nicht ein, im Gegenteil: er gewann alle drei Läufe und baute seinen Vorsprung in der Meisterschaft enorm aus, da Smulders nach einer Verletzung seine Saison vorzeitig beenden musste. Fredsoe rückte mit dem zweiten Platz in Tensfeld nun auf die erste Verfolgerposition seines Landsmannes vor und auch Owens kam nach einem kleinen Zwischentief wieder besser in Fahrt. Doch mit fast 70 Punkten Vorsprung könnte Skovbjerg es sich sogar leisten, bei einer kompletten Veranstaltung auszufallen, ohne seine Führung zu verlieren. Die große Frage in der zweiten Saisonhälfte wird sein: kann jemand dem Dänen etwas entgegensetzen und dessen Vorsprung eventuell doch noch einholen?

Hat gut Lachen: Lucas Leok führt den ADAC MX Junior Cup 125 deutlich an
Lucas lässt es fliegen
Im ADAC MX Junior Cup 125 ist der amtierende 85 ccm-Champion und Klassenneuling Lucas Leok der Halbzeitmeister. Als einziger Fahrer der Klasse beendete er alle bisherigen Läufe auf dem Podium, sogar innerhalb der ersten beiden Positionen. In Grevenbroich und Dreetz duellierte er sich noch mit Emil Ziemer, der das Tempo des jungen Esten fahren konnte. Doch in Frankreich musste Ziemer einen Ausfall in einem der Läufe hinnehmen und konnte das Tempo der Spitze nicht ganz mitgehen.

Emil Ziemer kann das Tempo von Leok mitgehen, hatte jedoch auch schon einen Ausfall
In Bitche rollte der Führende der Europameisterschaft, Moritz Ernecker, als Gast an das Startgatter. Doch Leok konnte das Tempo des Österreichers voll mitgehen. Im ersten Lauf übte er so lange Druck aus, bis Ernecker selbstverschuldet stürzte und Leok gewann. Auch wenn Ernecker die nächsten beiden Läufe und die Veranstaltungswertung gewann, so gab Leok mit seinem Racing ein starkes Statement ab: Die Meisterschaft wird über ihn führen. Ziemer liegt bei Halbzeit fast 40 Punkte zurück, scheint aber der einzige ernstzunehmende Kontrahent für Leok zu sein. Alle anderen Fahrer waren bislang zu unkonstant und zu langsam, um mit den beiden Spitzenleuten mitzuhalten. Zwischen Finn Lange, Dawid Zaremba und Tim Schröter wird es voraussichtlich nur um den dritten Meisterschaftsrang gehen.

Die schnellen Zwillinge Patriks und Martins Cirulis sind Stammgäste auf dem Podium des ADAC MX junior Cup 85
Die Zwillinge gegen den Rest
Nach drei Veranstaltungen im ADAC MX Junior Cup 85 haben sich die Top-Drei klar herauskristallisiert: die Zwillinge Patriks und Martins Cirulis und die deutsche Nachwuchsrakete Luca Nierychlo. Lediglich der junge Engländer Harry Dale kann dem Spitzentrio noch gefährlich werden und mithalten. Beim Saisonstart in Grevenbroich brillierte zwar der Niederländer Kenzo Jaspers mit einem Doppelsieg vor den Cirulis-Twins. In Dreetz konnte er jedoch nicht die gleiche Performance zeigen und gab die Tabellenführung an Martins Cirulis ab. Der glänzte dort mit einem Doppelsieg, während sein Bruder und Nierychlo jeweils einen zweiten und dritten Platz erzielten.

Luca Nierychlo ist die deutsche Titelhoffnung in der jüngsten Rennklasse
In Tensfeld gewannen beide Cirulis-Brüder je einen Lauf, doch Patriks holte sich mit dem zweiten Platz im zweiten Rennen den Veranstaltungssieg und auch die knappe Tabellenführung vor seinem Bruder Martins. Nierychlo belegte zweimal den dritten Platz, den er auch in der Meisterschaft innehat. Dale ließ sein Talent in Tensfeld mit einem zweiten Platz, seinem ersten Laufpodium der Saison, aufblitzen und liegt in der Meisterschaft in Reichweite zu Nierychlo, der seinerseits noch Kontakt zum schnellen Zwillingspaar hat. In dieser Klasse wird am Ende womöglich nicht der schnellste Fahrer vorne liegen, sondern derjenige, der am konstantesten Spitzenresultate erzielt und am wenigsten Fehler macht.
Fotos:ADAC
Online: Stefan Uhlmann